Ratgeber · Für Shops und Marken

Eigener Onlineshop, Händler oder beides: Wohin sollen die Links meiner Creator-Kampagne führen?

In den eigenen Onlineshop, wenn du Marge, Bestelldaten und Kundenbeziehung willst und Lager und Preis mithalten. Zum Handel, wenn Abverkauf und Lieferbarkeit zählen; die Provision zahlt dort in der Regel der Shop, sofern er ein Partnerprogramm hat. Beides, wenn dein Shop nicht jede Variante führt oder teurer ist: Dann wählt die Community, oft nach Preis. Das Linkziel klärt aber nur, wo gekauft wird, nicht, ob genug Creator gleichzeitig posten und wer von ihnen verkauft.

Stand:

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen, und zahlst nach Ergebnis.

Drei Linkziele im Vergleich

Eigener ShopHandelspartnerBeides
Was dir ein Kauf bringtVerkaufspreis minus Provision, Versand, Waredein Abgabepreis an den Handelje nach Shop das eine oder das andere
Bestellung, Kundenkonto, Rückgabebei dir, nach deinen Bedingungenbeim Handel, nach seinen Bedingungenbeim Shop, in dem gekauft wird
Lieferbarkeitnur dein LagerLager des Handelsfällt ein Shop aus, bleiben andere
Preis, den die Community siehtdein PreisPreis des Handelsmehrere Preise zur Wahl
Wer die Provision zahltduder Handel, wenn er ein Partnerprogramm hatder Shop, in dem gekauft wird
Was Creator zum Posten bringtdein Anlass: Provision, Honorar oder Budgetauch hier dein Anlass, die Listung allein reicht nichtdein Anlass, Creator verlinken mehrere Shops
Was daran schwer istCreator selbst finden und gewinnenProvisionssatz und Zahlen liegen beim HandelZahlen aus mehreren Quellen zusammenführen
Was du messen kannstBestellungen im eigenen Systemwas der Handel meldetbeides, getrennt nach Shop

„Beides“ passt vor allem, wenn dein eigener Shop nicht jede Variante vorrätig hat oder ein Teil deiner Community lieber dort kauft, wo sie schon ein Kundenkonto hat. Dafür landet nicht jeder Kauf zum vollen Preis bei dir, und du brauchst Zahlen aus mehreren Quellen.

Erst müssen Creator posten, dann zählt das Linkziel

Die Frage nach dem Linkziel setzt voraus, dass jemand postet. Dass dein Produkt in deinem eigenen Partnerprogramm steht, im Onlineshop eines Handelspartners mit Programm gelistet ist oder auf einer Plattform auswählbar ist, bringt von allein noch keinen Beitrag. Viele Partner eines Programms setzen nie einen Link. Und gerade die Creator, die du dir für deine Marke wünschst, posten selten ohne konkreten Anlass, etwa eine bezahlte Kooperation oder eine Kampagne mit klaren Zielen.

Ohne diesen Anlass bestimmst du oft auch das Linkziel nicht selbst. Creator verlinken dann dorthin, wo sie schon Partner sind und wo ihre Community ohnehin bestellt, zum Beispiel auf einen großen Marktplatz statt in deinen Shop.

Das eigentliche Problem liegt also davor: Creator aktivieren, viele gleichzeitig, und danach sehen, wer verkauft. Für den letzten Punkt zählt das Linkziel wieder. Im eigenen Shop siehst du Bestellungen je Link oder Code selbst, für Käufe im Handel bist du auf das angewiesen, was der Shop oder die Plattform meldet.

Der Preis entscheidet mit

65 %

der Online-Shopper in Deutschland nennen den günstigsten Preis als entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Shops.

Bitkom Research, 2022, 1.123 Internetnutzende ab 16
56 %

kaufen in Shops, in denen sie schon gute Erfahrungen gemacht haben.

Bitkom Research, 2022, 1.123 Internetnutzende ab 16
56 %

finden eine Lieferung ohne Versandkosten wichtig.

Bitkom Research, 2022, 1.123 Internetnutzende ab 16
47 %

nennen kostenlose Rücksendungen als entscheidend.

Bitkom Research, 2022, 1.123 Internetnutzende ab 16

Preis, Versand und Rückgabe zählen also bei der Wahl des Shops. Unter dem Eindruck der Inflation nutzten 2022 laut derselben Befragung außerdem 40 % das Internet verstärkt, um Preise zu vergleichen. Ist dein Shop teurer oder verlangt Versand, wo der Handel keinen nimmt, vergleicht ein Teil deiner Community auch ohne deinen Link. Ob ein Preisvergleich am Link insgesamt mehr Käufe bringt, sagt die Befragung nicht.

Angleichen kannst du dabei in der Regel nur deinen eigenen Preis. Eine Vorgabe an den Handel wie „nicht unter meinem Shoppreis“ ist ein Mindestverkaufspreis. Solche Preisbindungen fallen grundsätzlich unter das Kartellverbot des § 1 GWB, und nach Art. 4 Buchst. a der Verordnung (EU) 2022/720 sind sie eine Kernbeschränkung, für die die Gruppenfreistellung nicht gilt. In Deutschland gilt die Verordnung über § 2 Abs. 2 GWB entsprechend, auch ohne Bezug zum Handel zwischen EU-Staaten.

Was dir ein Verkauf je Weg bringt: ein Rechenbeispiel

Kauft die Community über einen Affiliate-Link im Handel, zahlt die Provision in der Regel der Shop aus seinem Partnerprogramm, nicht du. Was dir ein Kauf je Weg bringt, zeigt dieses Beispiel mit angenommenen Zahlen:

  1. Angenommen, eine Tasche kostet bei dir und im Handel 59,50 € inklusive 19 % Umsatzsteuer (Regelsatz nach § 12 Abs. 1 UStG), also 50,00 € netto. Ware und Herstellung kosten dich 15,00 € je Stück.
  2. Kauf in deinem Shop: 50,00 € netto minus 5,00 € Provision (angenommen 10 % vom Nettowert), minus angenommen 6,00 € für Versand, Verpackung und Zahlung, minus 15,00 € Ware. Es bleiben 24,00 € Deckungsbeitrag, also das, was nach den variablen Kosten je Verkauf übrig ist (hier ohne Retouren).
  3. Kauf beim Handelspartner: Du hast die Tasche angenommen für 25,00 € netto an den Handel verkauft. Minus 15,00 € Ware bleiben 10,00 €. Eine Provision für den Creator zahlt hier, wenn vorhanden, das Partnerprogramm des Handelspartners.
  4. Die 10,00 € verdienst du in der Regel schon, wenn der Handel bei dir einkauft. Verkauft die Kampagne seinen Bestand ab, zählt für dich die Nachbestellung.
  5. Nicht eingerechnet sind Retouren, Lager, Rabatte und etwaige Gebühren eines Partnerprogramms. Im eigenen Shop trägst du sie selbst, im Handel regelt sie dein Vertrag mit dem Handelspartner.

Sechs Fragen, bevor du das Linkziel festlegst

  1. Wer postet, und wofür? Leg fest, welche Creator mitmachen sollen und womit du sie bezahlst, etwa mit Provision, Honorar oder einem Kampagnenbudget. Vereinbaren lässt sich das Linkziel in der Regel nur dort, wo du Beiträge bezahlst.
  2. Reicht dein Lager? Prüf den Bestand im eigenen Shop je Variante, also in den gefragten Größen oder Farbtönen, für die Kampagne und die Wochen danach. Reicht er nicht, führ die Links zusätzlich zum Handel, damit Klicks nicht auf „ausverkauft“ landen.
  3. Was ist das Ziel? Geht es um neue Kundschaft, Newsletter-Anmeldungen und Wiederkäufe im eigenen Shop, passt der eigene Shop. Geht es um Abverkauf und Sichtbarkeit im Handel, passen die Shops deiner Handelspartner.
  4. Wie stehen die Preise? Vergleiche vor dem Start, was das Produkt bei dir und im Handel kostet, Versand eingerechnet. Ist dein Shop teurer, rechne damit, dass ein Teil der Community trotzdem woanders kauft.
  5. Was sagen deine Handelspartner? Lenkst du die Reichweite nur in den eigenen Shop, obwohl der Handel dieselbe Ware auf Lager hat, hat der Handel wenig von der Kampagne. Kläre vorher, ob und wie er bei der Kampagne mitmacht.
  6. Wie misst du? Leg fest, welche Zahlen du je Weg bekommst: Bestellungen im eigenen Shop, Meldungen aus Partnerprogrammen oder nur Klicks. Erst dann lässt sich die Kampagne je Creator auswerten.

So ist es bei wyrld

Mit wyrld Boost bringst du dein Budget sofort zu Creatorn, die deine Produkte zeigen. Du legst Produkte, Zeitraum und KPIs fest, zum Beispiel Käufe, Klicks, Watchtime oder Reichweite. Viele Creator machen gleichzeitig mit, ausgezahlt wird nach den erreichten KPIs. Für jede Kampagne bestimmst du auch, wo gekauft wird, also das Linkziel: nur in deinem Shop, auf Amazon oder mit Preisvergleich über die Shops, die dein Produkt führen. Ob ein Creator mitmacht, entscheidet er selbst, und Kampagnenvideos kennzeichnen die Creator als Werbung.

Mit dem Brand- und Shop-Abo siehst du jeden Tag, welche Creator deine Produkte zeigen, wer Klicks bringt und wer verkauft. Klicks misst wyrld über die Links, Käufe melden die Shops. Mit den Creatorn, die verkaufen, vereinbarst du eigene Konditionen. Preise für Abo und Boost gibt es auf Anfrage.

Zeigt ein Creator dein Produkt in seinem Shop, sucht wyrld denselben Artikel in über 90.000 Partnershops. Die Community sieht die gefundenen Angebote mit Preis nebeneinander und kauft direkt beim Shop, ohne Aufpreis; das günstigste Neuangebot trägt „Bester Preis“. Ist dein eigener Onlineshop über ein Partnerprogramm bei einem der großen Affiliate-Netzwerke oder direkt angebunden, kann dein Angebot neben dem Handel stehen. Kauft jemand bei dir, bleiben Bestellung, Bezahlung, Versand und Kundenbeziehung bei dir.

FAQ

Häufige Fragen.

Reicht es, wenn mein Produkt im Partnerprogramm eines Shops ist?

Für die Provision ja, für Beiträge nicht. Ein Partnerprogramm regelt, was Creator bekommen, wenn über ihren Link gekauft wird. Ob jemand dein Produkt zeigt, entscheidet es nicht. Viele Partner eines Programms setzen nie einen Link, und gefragte Creator posten selten ohne Anlass. Den schaffst du mit einer bezahlten Kooperation oder einer Kampagne mit Budget und klaren Zielen.

Verdiene ich an einem Verkauf im eigenen Shop mehr als im Handel?

Je Stück meist ja, weil du den Nettopreis bekommst und nicht nur deinen Abgabepreis an den Handel. Angenommen, eine Tasche kostet 50 € netto und 15 € in der Herstellung: Im eigenen Shop bleiben nach 10 % Provision und 6 € für Versand und Zahlung 24 € Deckungsbeitrag, beim Handel mit 25 € Abgabepreis 10 €. Lager und Retouren trägst du im eigenen Shop dafür selbst.

Muss ich Creatorn Provision zahlen, wenn mein Produkt im Handel verkauft wird?

Nur, wenn du das vereinbarst. Bei Affiliate-Links zahlt der Shop, in dem gekauft wird, nach den Konditionen seines Partnerprogramms, sofern er eines hat. Willst du zusätzlich belohnen, geht das zum Beispiel über ein eigenes Kampagnenbudget mit festgelegten KPIs. Leg dann vorher fest, wie du doppelte Zahlungen für denselben Kauf vermeidest.

Darf ich dem Handel vorschreiben, nicht günstiger als mein eigener Shop zu verkaufen?

In der Regel nicht. Eine solche Vorgabe ist ein Mindestverkaufspreis und fällt unter das Kartellverbot des § 1 GWB; nach Art. 4 Buchst. a der Verordnung (EU) 2022/720 ist sie eine Kernbeschränkung ohne Gruppenfreistellung. Preisempfehlungen und Höchstpreise sind keine Kernbeschränkung, solange Druck oder Anreize sie nicht zu Fest- oder Mindestpreisen machen. Was für deine Verträge gilt, klärst du mit deiner Rechtsberatung.

Sehe ich, welcher Creator im Handel verkauft hat?

Nur, wenn der Shop den Kauf meldet. Bei Affiliate-Links erfasst ihn zuerst das Partnerprogramm des Shops, in dem gekauft wurde. Ob und wie genau du diese Zahlen bekommst, hängt von der Absprache mit dem Handelspartner oder der Plattform ab. Klicks je Creator lassen sich meist über die Links messen.

Was mache ich, wenn mein eigener Shop teurer ist als der Handel?

Rechne damit, dass ein Teil der Community trotzdem im Handel kauft, mit oder ohne deinen Link. In einer Bitkom-Befragung von 2022 nannten 65 % der Online-Shopper in Deutschland den günstigsten Preis als entscheidendes Kriterium bei der Wahl des Shops. Du kannst Preis oder Versandkosten im eigenen Shop anpassen, beide Wege zeigen oder die Kampagne auf Produkte legen, die nur dein Shop führt.

Stand der Angaben:

Quellen

Diese Seite erklärt Linkziele und die Regeln zu Verkaufspreisen im Handel allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Zahlen im Rechenbeispiel sind Annahmen. Was für deine Verträge mit dem Handel gilt, klärst du mit deiner Rechtsberatung. Gelesen am :

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